Archive for the 'Krankheitsbilder' Category

Die dritthäufigste Todesursache in Deutschland ist der Schlaganfall (Apoplex) und etwa ein Fünftel aller über 65jährigen ist davon betroffen.
Auslöser ist ein plötzlicher Gefäßverschluss oder Blutung im Bereich des Gehirns. Die Ursachen sind vielfältig. Zu den Risikofaktoren zählen der Bluthochdruck, Diabetes, die Pille, das Rauchen, übermäßiger Alkoholgenuss oder erhöhte Blutfettwerte.
Die Symptome hängen davon ab in welchem Bereich des Gehirns der Schlaganfall aufgetreten ist. Häufig kommt es zur halbseitigen Lähmung, oder auch zu Sprachstörungen. Sehr wichtig ist es sofort nach einem Schlaganfall, also noch in der Frühphase, Folgeschäden durch Sauerstoffmangel zu vermeiden und so den Gewebeschaden zu minimieren. Bei einer konsequent durchgeführten Rehabilitation kann es zu deutlichen Besserungen, oder gar zur Rückbildung der neurobiologischen Ausfälle kommen.

Bei der Osteoporose ist die Knochenmasse deutlich reduziert. Zusätzlich ist die Mikroarchitektur der Knochen gestört.
Typische Beschwerden sind besonders leicht und häufig auftretende Knochenbrüche (z.B. Wirbelkörperbrüche, hüftgelenksnahe Brüche oder Brüche im Bereich des Unterarms). Mit der Zeit kommt es auch zu Deformationen bestimmter Skelettanteile, besonders der Wirbelkörper, was oft in Form eines Rundrückens (Buckels) deutlich sichtbar wird.
An der Osteoporose erkranken vor allem Frauen nach den Wechseljahren, einer der Gründe dafür sind die hormonellen Umstellungen in dieser Zeit. Aber auch Männer können an Osteoporose leiden.
Will man das Auftreten der Krankheit verhindern und bleibende Schäden vermeiden, sind Früherkennung und Vorbeugung (vor allem durch entsprechende Ernährung und Bewegung)besonders wichtig.
Das gilt vor allem für Frauen, deren ältere weibliche Familienmitglieder schon an Osteoporose leiden. Da es auch genetische Ursachen für die Erkrankung gibt, ist bei solchen Frauen das Risiko, selbst Osteoporose zu entwickeln, besonders hoch.

Bei jungen Männern im Alter von etwa 20-40 Jahren sind Hodentumore die häufigste, bösartige Tumorerkrankung. Allerdings gehören sie zu den Tumoren die am besten heilbar sind. In der Öffentlichkeit am bekanntesten ist der Fall des Radprofi und Tour de France-Siegers Lance Armstrong der durch alle Medien ging. Er war an einem Hodentumor erkrankt, der schon ausgedehnte Absiedlungen in der Lunge und im Gehirn gebildet hatte. Nur drei Jahre nach dem Ende seiner Therapie, gewann er das berühmteste alle Radrennen.
Von der Häufigkeit her erkranken in Deutschland jährlich etwa 3000 Männer neu an Hodenkrebs. Er gehört damit zu den eher seltenen Krebsarten, auch wenn er bei jungen Männern zu den häufigsten zählt.
Man unterscheidet zwei Arten oder Gruppen von Hodentumoren: Seminome, etwa 65% und Nichtseminome, etwa 35%, die sich wiederum in eine Vielzahl von Subtypen unterteilen lassen. Bei Seminomen und Nichtseminomen entarten unterschiedliche Zelltypen. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Seminome einer Strahlentherapie zugänglich sein können, während bei Nichtseminomen die OP und Chemotherapie am erfolgreichsten sind.
Quellen
Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie; Hautmann/Huland: Urologie;

Als Herzinfarkt bezeichnet man einen irreparablen Untergang von Anteilen des Herzmuskels. Die Ursache ist ein plötzlicher Verschluss eines Herzkranzgefäßes und die damit verbundene Einschränkung der Herzdurchblutung und der Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Je schneller ein Herzinfarkt behandelt wird, desto geringer ist die Schädigung des Herzmuskels und damit auch das Risiko späterer Komplikationen. Das Blutgerinnsel, welches das Herzkranzgefäß verschlossen hat, kann medikamentös aufgelöst oder mittels Ballonkatheter beseitigt werden.
Die Rehabilitation umfasst körperliches Training, Aufgabe des Rauchens, Entspannung und Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und eine intensive Behandlung von risikoerhöhenden Krankheiten.

Fusspilz oder der “Pilzbefall am Fuss” ist ein Thema, das von vielen Betroffenen oft verschwiegen wird. Folglich ist die Infektionsgefahr für andere Menschen sehr groß. Unbehandelt verliert ein fußpilzbefallener Mensch pro Schritt etwa 50 Hautschuppen - und jede einzelne davon ist infektiös. Auf diese Weise können andere Personen schnell angesteckt werden - der Pilz wird von Mensch zu Mensch übertragen. Wobei man besonders an öffentlichen Orten wie z. B. Hallenbädern oder Freibädern darauf achten sollte.
Feuchte Stellen der Haut, der Fußsohlen, zwischen den Zehen, aber auch durch verletzte Haut oder durch Verletzungen des Nagelbetts kann der Fußpilz begünstigt werden.
Gerade in den Zehenzwischenräumen wird danach, bedingt durch das feuchtwarme Mikroklima der Fußpilz begünstigt.
Das klinische Erscheinungsbild der Fußmykose gestaltet sich zunächst in der Form weißlicher Bläschen, die sich auf der obersten Hautschicht ansiedeln. Die Folge ist eine trockene Haut, die zu Schuppung und Rissen neigt, oder eine Haut, die zum Nässen verurteilt wird. Schmerzen und Juckreiz sind die Folge.
Wenn man den Fusspilz frühzeitig erkennt, kann man ihn noch gut behandeln und verschwindet auch wieder recht schnell. Fußpilz hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Es kann jeden treffen.

Unter Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms, des Mastdarms und des Anus zusammengefasst. Sie ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland.
Risikofaktoren, die Darmkrebs begünstigen, sind erbliche Veranlagung, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und ballaststoffarme Ernährung.
Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Änderungen der Stuhlgewohnheiten und Stuhlunregelmäßigkeiten können erste Anzeichen von Darmkrebs sein, wobei man Blut im Stuhl nicht unbedingt sehen oder selbst erkennen kann. Besonders darauf achten sollten Menschen die “Rot/Grün-Blind” sind und eine Veränderung durch Blut nicht selbst erkennen können (etwa 4% der Bevölkerung).
Bei Vorsorgeuntersuchungen die man regelmäßig machen sollte, kann jedoch der Arzt anhand der Untersuchung von sogenannten “Stuhlbriefchen” Blut im Stuhl nachweisen. Etwa die Hälfte der Tumoren des Darms ist mit dem Finger bei einer rektalen Untersuchung tastbar oder kann mittels einer Enddarm-Spiegelung (Rektoskopie) entdeckt werden.
Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) kann der Arzt den gesamten Dickdarm beurteilen. Aus krebsverdächtigen Bereichen wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und unter dem Mikroskop genauer untersucht.
Eine derartige Untersuchung ist schmerzfrei und wird von einem Facharzt vorgenommen. In der Regel bekommt man vorher eine Spritze. Nach der Behandlung sollte man deshalb auch nicht alleine nach Hause gehen, oder fahren, sondern sich von einem Angehörigen abholen lassen.
In den meisten Fällen wird der vom Krebs betroffene Darmteil mit einem bestimmten Sicherheitsabstand entfernt. Liegt der Tumor mehr als acht Zentimeter oberhalb des Schließmuskels, kann der natürliche Darmausgang erhalten bleiben, bei tieferer Lage wird ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) angelegt.
Ergänzend zur Operation wird eine Chemotherapie oder Strahlentherapie durchgeführt. Die Heilungschancen sind davon abhängig, wie frühzeitig der Darmkrebs entdeckt und entfernt werden kann.
Daher haben alle gesetzlich Versicherten in Deutschland ab dem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahrs Anspruch auf die jährliche Durchführung eines Schnelltests (sog. Hämocculttest) auf verstecktes Blut im Stuhl, welches auf eine Krebserkrankung hinweisen kann. Das sind die bereits erwähnten “Stuhlbriefchen” mit denen man eine Stuhlprobe bei seinem Hausarzt zur Untersuchung abgeben muß.
Ab 55 Jahren kann eine Darmspiegelung als Früherkennungsmaßnahme durchgeführt und zehn Jahre später wiederholt werden.

Vor einer OP sollte zuerst immer versucht werden, verdächtige oder unklare Brustbefunde soweit möglich ambulant abzuklären, damit bereits vorher feststeht, ob es sich um einen bösartigen Befund handelt. Nicht jeder ertastete Befund ist bösartig.
Von den Frauen die einen verdächtigen oder unklaren Brustbefund abklären lassen, hat zum Glück nur ein kleiner Teil auch tatsächlich Krebs.
Eine moderne Brustdiagnostik dient der Vermeidung von operativen Probeentnahmen nur zu diagnostischen Zwecken und dem Erkennen von bis dahin nicht entdeckten Mammakarzinomen und sollte vor einer eventuellen stationären Aufnahme erfolgen.
Dies kann erfolgen durch “Tastuntersuchung”, durch bildgebende Verfahren wie z. B. Mammographie, Ultraschall und Kernspintomographie, oder durch Probeentnahmen ohne Operation, sogenannte geschlossene, minimalinvasive Biopsien. Außerdem durch Feinnadelpunktionen, Hochgeschwindigkeitsstanzen und andere Verfahren.
Durch die heutigen modernen Diagnosemöglichkeiten die sich auf mindestens 4 Verfahren stützen, werden bis zu 99% aller Karzinome gefunden.
Der günstigste Zeitpunkt für eine Untersuchung ist immer nach der Periode. Sollten Sie selbst einen verdächtigen Befund ertastet haben, dann vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Arzt, der Sie dann berät und über die weiteren Schritte zur Diagnose entscheidet.

Trotz der Gefährlichkeit der Erkrankung beginnt die Hypertonie für den Patienten unbemerkt und schmerzlos. Viele der Patienten mit primärer Hypertonie weisen jahre- oder jahrzehntelang keinerlei Beschwerden auf. Treten nach mehrjährigem Krankheitsverlauf dennoch Beschwerden auf, sind diese meist uncharakteristisch, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten oder Ohrensausen und man erkennt als Laie nicht, daß es eigentlich um etwas ganz anderes geht.
Wenn Patienten mit Bluthochdruck nicht wirksam behandelt werden, entwickeln sich infolge der jahrelang erhöhten Blutdruckwerte Organschäden, die ihrerseits wieder Beschwerden verursachen, wie Kurzatmigkeit, Luftnot, Schmerzen in der Brust (Angina pectoris), Seh- oder Sensibilitätsstörungen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall.
Wenn Symptome ähnlich eines Schlaganfalls auftreten – Schwindel, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Bewusstseinstörungen, dann kann dies ein Anzeichen für einen hypertensiven Notfall sein. Die Blutdruckwerte sind stark erhöht, meist über 200/120mmHg. Die Therapie muss dann unverzüglich durch den Notarzt bzw. Hausarzt vor Ort beginnen, ehe die Einweisung ins Krankenhaus erfolgt. Bluthochdruck ist also durchaus keine Krankheit die man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Nicht umsonst prüfen die Ärzte routinemäßig bei einer Kontrolluntersuchung auch den Blutdruck.

Bei der Alzheimer-Krankheit verliert das Gehirn einen Teil seiner Funktion. Die Synapsen, also die Kontaktstellen zwischen Nervenzellen und anderen Zellen sterben ab. Die Entstehung der Alzheimer-Krankheit erkennt man als Betroffener normalerweise sehr lange nicht. Dies hat damit zu tun, daß unser Gehirn das absterbende Gewebe sehr lange ausgleichen und kompensieren kann. Wenn dann tatsächlich die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wird, sind bereits zwischen 40 und 60 Prozent abgestorben.
Da abgestorbenes Gewebe nicht ersetzt werden kann, ist eine Heilung nicht möglich, aber man kann der Krankheit durch viel Bewegung vorbeugen, bzw. den Verlauf verlangsamen indem man auf die bekannten Risikofaktoren wie zum Beispiel Nikotin, Alkohol, Übergewicht oder auch einen zu hohen Blutzuckerspiegel achtet. Wichtig sind auch eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse.
Zur Zeit läuft (laut einem TV-Beitrag vom 19. Aug. 2006) in Zürich ein wissenschaftlicher Versuch an Mäusen mit einem Impfstoff gegen diese Krankheit der sehr vielversprechend ist und die “Verklumpung” der Eiweißstoffe, auch Plaques genannt, verhindern soll. Der Versuch ist bereits erfolgreich und muß nun auch am Menschen getestet werden. Frühere Versuche an Probanden hatte bei etwa 6 Prozent Nebenwirkungen zur Folge die in einer neuen Versuchsreihe ausgeschlossen werden sollen.